3 Spinnerinnen auf dem Dach

In den vier Häusern des Hotels Chesa Rosatsch haben sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Geschichten angesammelt. Besonders von Ju­ditha, Annetta und Anna Hatz, den ehemaligen Besitzerinnen der 1633 erbauten Chesa a l’En, wird Wundersames berichtet. So sollen die drei aus Furcht vor Mäusen in Betten mit extra hohen Beinen geschlafen und den Verstorbenen geheim­nisvolle Zettelchen mit ins Grab gegeben haben.

Spätestens wegen ihrer Angewohnheit, sich für die Arbeit am Spinnrad aufs Dach zu setzen, war den Hatz-Schwestern der Argwohn der Dorfbevölke­rung gewiss. So war wohl kaum einer traurig, als sie keine Nachkommen hinterliessen und das Haus deshalb im Jahr 1924 an die evangelische Kirchge­meinde überging.

Seit 1943 ist das Haus im Besitz der Familie Brentel-Kunz. Diese liess das Sgraffito mit den Na­men der drei Schwestern auf der Gartenseite der Fassade fachkundig restaurieren. Und manche be­haupten, dass in der Chesa a l’En bis heute ab und zu tüchtig gesponnen wird. Doch das halten wir für ein Gerücht…